Kommunikation in Zeiten von Corona

April 2020

  • Wie reagiert Herr B. als Führungskraft darauf, dass jemand, den man sonst als selbstbewusste und tatkräftige Person kennt, plötzlich in Tränen ausbricht? Oder sein Mitarbeiter reagiert aus seiner Sicht unangemessen aggressiv auf Kollegen, Vorgesetzte oder Kunden?
    Wie kann er als Firmenchef in dieser Krise so kommunizieren, dass die Kunden trotzdem zu ihm stehen? Wie kommt er als Firmenchef aus der Ohnmacht zurück ins Handeln und kann dabei sowohl die Mitarbeitenden als auch die Kunden „mitnehmen“?

Ich spreche von unterschiedliche DaSeinsBedingungen: Die einen haben keinen Moment mehr für sich, weil z.B. der Weg zur Arbeit wegfällt, der oft dazu gedient hat von einer Welt in die andere umzuschalten. Wie schön mehr Zeit für die Familie zu haben, aber so viel Zeit und ohne Pause? Das ist oft auch das „Spannungsfeld von Weihnachten“ für nicht absehbare Zeit. Für die anderen, die allein leben ist es das Gegenteil: viel Zeit nur allein mit sich, Kontakt nur über den Bildschirm und das Telefon. Wenn Sie einen Job im Gesundheitswesen habe, kommen Sie vermutlich gar nicht mehr dazu andere Lebensthemen außer Arbeit und Schlafen zu leben. Die Situationen sind nicht selbst gewählt, sondern von anderen so beschlossen worden und das löst bei vielen ein Gefühl von Ohnmacht aus.

Da ist es kein Wunder, dass viele Menschen angespannt sind, die innere Balance fehlt, weil u.a. das Bedürfnis nach Sicherheit so sichtbar wird und nicht bedient werden kann. Diese Unsicherheit gilt für alle und die einen versuchen mehr Sicherheit über Fakten und Zahlen zu finden und die anderen durch Ausblenden und Ablenkung. Wie geht es Ihnen?

Und dann treffen wir aufeinander: am Arbeitsplatz oder auch in der Familie.

Zwei weitere Beispiele aus Corona-Zeiten:

  • Frau S., Mitarbeiterin in einem produzierenden Betrieb, nimmt die Vorsichtsmaßnahmen ernst, aber ihre Kollegen vielleicht nicht. Sie treffen sich weiterhin in ihrem Büro und stehen an ihrem Schreibtisch. Es wäre so einfach, die Themen am Telefon zu besprechen oder sich über die nächsten Arbeitsschritte per E-Mail auszutauschen, stattdessen kommen tagtäglich viele Personen in ihre Nähe. Wie kommuniziert sie, dass es für sie nicht akzeptabel ist, ohne schräg angeschaut zu werden und kränkende Sprüche als Antwort zu bekommen?
     
  • Die Familie von Herrn K. muss in diesen Zeiten viele Entscheidungen gemeinsam treffen. Wie machen sie das mit den Großeltern? Was ist für die Kinder okay oder nicht? Wie vermittle ich, dass es diesmal kein Spaß ist, Regeln zu brechen, sondern sinnvoll, sich daran zu halten? Da tauchen zwischen den Familienmitgliedern oft alte Konfliktthemen wieder auf, die ein Verhandeln schwierig machen.

Alles keine einfachen Kommunikationsaufgaben! Da steckt eine Menge Konfliktpotenzial drin und das sind ja nur drei Beispielsituationen.
Ja, wir haben fast alle schon mal über „Gewaltfreie Kommunikation“ gelesen oder Verhandlungsstrategien gelernt, aber das ist ja nicht für solche Situationen geeignet, für einen Ausnahmezustand wie die Corona-Krise … oder vielleicht doch?

Sich auf die Sichtweise des anderen einzulassen, um tatsächlich zu verstehen, was den anderen bewegt ist in konfliktträchtigen Situationen eine Herausforderung. Gelingt Ihnen dieser Perspektivenwechsel? Es ist ein wichtiger erster Schritt!

Gleichzeitig möchten Sie ihr Anliegen so rüberbringen, dass der/die andere das nachvollziehen kann. Dazu muss jeder in sich hineinhören: warum macht mich das eigentlich ängstlich, verzweifelt, wütend oder traurig? Worum geht es mir genau?

Ich unterstütze Sie durch Beratung und Coaching einen für Sie passenden Weg zu finden. Damit bekommen Sie mehr Klarheit über die Situation, sich selbst und eine hilfreiche Kommunikation.

 

 

Eine Erkenntnis dieser Krise ist sicherlich, wie sehr wir uns gegenseitig brauchen und wie wichtig auch im Arbeitskontext funktionierende Beziehungen sind. Wir sind abhängig voneinander und wir können uns gegenseitig unterstützen, um besser mit der Krise zu leben. Das große Wort „Empathie“ bekommt einen höheren Stellenwert, in allen Bereichen des Lebens.

Wir sind fähig, Verhaltensweisen und Denkweisen zu ändern, das zeigt diese Krisenzeit auch. Wir können es und wir sind bereit dazu, wenn wir dahinterstehen und den Sinn darin erkennen. Das gilt genauso für unsere Kommunikation. Eine Situation, die nicht funktioniert kann ein Anstoß für einen hilfreichen Veränderungsprozess sein.

Ich begleite Sie und Ihre Mitarbeiter*innen / Ihr Team dabei, diesen Veränderungsprozess zu durchlaufen, eine zielführende und kooperative Zusammenarbeit zu ermöglichen und in Ihrem Unternehmen zu etalieren.

 

 

Wenn es Ihnen gelingt, Ihre Kommunikations- und Verhaltensmuster zu erkennen und zu verbessern, können Sie entspannter mit der ganzen Familie 24/7 zusammen sein und dabei noch Räume für sich finden. Dann können Sie Verständnis über die verschiedenen Hierarchieebenen im Unternehmen oder in der Institution hinweg entwickeln, weil wir alle betroffen sind, auch wenn wir nicht dieselben Ängste oder Befürchtungen haben.

Das geht nicht von heute auf morgen? Corona zeigt, wieviel tatsächlich möglich ist. Gerne unterstütze ich Sie. Vielleicht habe ich nicht auf alles Antworten, aber auf jeden Fall führt ein professionelles Beratungsgespräch zu mehr Klarheit bei Ihren Herausforderungen.
 

Meine Leistungen biete ich auch über Telefon und Video, oder als Online-Coaching an. Das hat den Vorteil, dass Sie keinen Anfahrtsweg oder Kosten haben und wir auch spontan einen Termin machen können. Vereinbaren Sie über das Kontaktformular ein kostenloses Kennenlerngespräch.

 

 

© 2019 Claudia Schelp
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